Christopher Polhem. Teil 1: Das Leben im Überblick

Christopher Polhem gilt als der „Vater der schwedischen Mechanik“ und wird manchmal auch als „Archimedes des Nordens“ bezeichnet. Zu Ehren seines 350. Geburtstags soll sein Leben und Wirken etwas detaillierter gewürdigt werden.

Christopher Polhammar wurde vermutlich am 18. Dezember 1661 auf Gotland geboren und lebte bis zum 30. August 1751. Den Namen Polhem nahm er an, nachdem er geadelt wurde. Das Gemälde von Johan Henrik Scheffel entstand im Jahr 1741 und zeigt Polhem mit dem Norstern-Orden.

Kindheit und Studium

Seine Mutter verheiratete sich nach dem frühen Tod des Vaters neu. Der Junge kam deshalb im Alter von acht Jahren zu einem Onkel nach Stockholm, wo er aber nur bis 1673 in die Schule gehen konnte. Danach arbeitete er als Knecht, Steuerschreiber und Inspektor auf Höfen in Uppland und Södermanland. Er richtete sich eine Werkstatt ein und beschäftigte sich mit mechanischen Arbeiten.

Befreundete Priester sahen seine Begabung und halfen ihm Latein zu lernen, das eine wichtige Voraussetzung für ein Studium war. Im Jahr 1687 konnte er in Uppsala beginnen Mathematik und Physik zu studieren, was er mit dem Auftrag finanzieren konnte, die mehr als 100 Jahre lang defekte Kunstuhr des Doms zu reparieren. Die Arbeiten erforderten während der drei Jahre viel Zeit, die zu Lasten der Studien ging.

Direktor für Bergmechanik

Sein Erfolg, dass die Uhr schließlich besser als zuvor funktionierte, führte dazu, dass er von König Karl XI. nach Stockholm beordert wurde und einen Auftrag des Bergkollegiums in Stockholm erhielt. Er entwickelte das Modell eines Förderwerks zum Transport von Erz aus Bergwerken und konnte dieses später im Kupferbergwerk Falu in die Praxis umsetzen. In den Jahren 1694-96 bereiste Polhem Deutschland, Holland, Belgien, England und Frankreich. Dabei besichtigte er insbesondere Maschinen, Bergwerks- und Wasserbauten sowie andere Industrieanlagen.

Nach seiner Rückkehr wurde er zum Direktor für Bergbaumechanik ernannt und ab 1700 zum Kunstmeister der Grube Falu. So erhielt er die Verantwortung Maschinen für den Transport des Erzes aus der Grube und die Wasserführung zu konstruieren und ihren Bau sowie die Arbeiter zu leiten. Polhem nahm viele Verbesserungen vor, von denen die Verbesserung der Kunstgestänge besonders wichtig war. Seine Aktivitäten umfassten sowohl Arbeiten für andere Bergwerke, sogar eine Einladung in den Harz nach Deutschland, als auch die Beratung für ganz andere Wirtschaftszweige. Polhem wurde im Jahr 1716 zum Kommerzienrat befördert und geadelt.

Stjärnsund

Bereits ab 1699 baute Polhem in Stjärnsund, gelegen in der Region Dalarna), Manufakturen, in denen Industrie- und Haushaltswaren produziert wurden. Die Neuheit bestand in der intensiven Verwendung von Maschinen, die mit Wasserkraft angetrieben und teilweise automatisiert waren. Aber auch die Arbeitsorganisation wurde durch neue Ansätze verbessert. Deshalb wird die Produktion in Stjärnsund, u.a. von Uhrwerken, Tellern und Schlössern, als erster Versuch einer kommerziellen Massenproduktion in Schweden betrachtet.

Weitere Aktivitäten

Polhem war an der Planung eines Kanals zwischen Kattegat und Ostsee mitten durch Schweden und am Entwurf von Schleusen bei Trollhättan und in Stockholm beteiligt.

Innovationen in der technischen Ausbildung und Pädagogik gehören ebenfalls zu seinen Verdiensten. Mit dem Laboratorium mechanicum gründete er 1697 eine spezialisierte Ausbildungseinrichtung und Versuchsanstalt.

Schließlich müssen seine theoretischen Forschungen und die schriftstellerischen Arbeiten erwähnt werden. Sie erfolgten besonders im Umfeld seiner praktischen Tätigkeiten auf den Gebieten Mechanik, Mathematik, Physik und Technologie; berührten aber auch eine Menge andere Themen.

Polhem war ab 1710 ein sehr aktives Mitglied Collegium curiosum, einem Vorläufer der 1736 gegründeten königlichen Wissenschaftsakademie, in die er ebenfalls gewählt wurde.

Literatur

Christopher Polhem. In: Nationalencyklopedin, abgerufen 2012-01-28.
Polhem, Kristofer. In: Nordiska Familjebook. Bd. 21. 1915, abgerufen 2012-01-28.

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Kategorien: Geschichte

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