Venus

Mond, Venus und Milchstraße.
Mit freundlicher Genehmigung: ESO/Y. Beletsky.

Die Venus – ein bildschönes Geschöpf, die römische Göttin der Liebe und der Schönheit. Sie taucht immer wieder in der Literatur auf und wurde oft gemalt oder in Stein gehauen. Nach ihr wurde der sechste Wochentag bezeichnet (”Veneris dies”, frz. Vendredi), die Germanen ersetzten sie mit ihrer Göttin Freya und verwenden die Lehnübersetzung Freitag. Wie es sich für eine Göttin geziemt, ist sie am Himmel verewigt.

Der zweite Planet des Sonnensystems trägt den Namen Venus. Er ist ein brilliantes Objekt am Abend- oder Mondhimmel und nach dem Mond das zweithellste Objekt am Nachthimmel (scheinbare Helligkeit von −3.8m bis −4.9m) und kann gelegentlich selbst am Tageshimmel entdeckt werden. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass die Venus in allen alten Kulturen bekannt war und ihre Bewegungen aufgezeichnet wurden. Durch ihr abwechselndes Erscheinen am Abend- und Morgenhimmel dachten die alten Griechen zunächst, dass es sich dabei um die zwei unterschiedlichen Sterne Hesperus und Phosphorus handeln würde. Pythagoras soll als erster erkannt haben, dass es sich um ein und dasselbe Objekt handelt.

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts entdeckte Galileo Galilei, dass die Venus Phasen ähnlich wie der Mond zeigte. Dies war ein starkes Argument gegen das ptolemäische Weltsystem und dafür, dass die Venus die Sonne umkreist. Im Jahre 1761 entdeckte der russische Forscher Michail Lomonossov die Atmosphäre der Venus, die dann auch vom deutschen Astronomen Johann Schröter beobachtet wurde. Auch im 20. Jahrhundert stand die Venus im Zentrum der Aufmerksamkeit und wurde mit allen verfügbaren Untersuchungsmethoden analysiert – zunächst vom Boden aus und später durch Raumsonden, die schließlich auch auf der Venus landeten.

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Kategorien: Astronomie, Geschichte

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