Plagiatsverfahren gegen Annette Schavan

Wissenschaft – Plagiate – Doktortitel – Ministerposten. Das gehört offenbar in Deutschland bereits zum zweiten Male zusammen. Hier folgen einige Links zum Nachlesen der aktuiellen Ereignisse nach der Eröffnung des Plagiatsverfahrens gegen Annette Schavan, die Noch-Bundesbildungsministerin.

Vorab das Interessanteste. Neue Berichte teilen mit, dass Frau Schavan auch in wissenschaftlichen Veröffentlichungen um das Jahr 2000 herum Plagiate produziert haben soll. Mehr dazu weiter unten.

Die philosophische Fakultät der Universität Düsseldorf sah sich gestern erneut genötigt, sich für ihre rechtmäßiges Vorgehen zu rechtfertigen: Promotionsüberprüfung: Recht und Gesetz maßgeblich.

Heute geht es nun – endlich – los. Das „Promotionsüberprüfungsverfahren“ wird mit 14 Ja-Stimmen und einer Enthaltung im Fakultätsrat eröffnet: Sitzung des Fakultätsrats der Philosophischen Fakultät.

Rüdiger Wolfrum, emeritierter Professor und ehemaliger Direktor des Max-Planck-Instituts für ausländisches Recht und Völkerrecht, verteidigt die wissenschaftliche Leistung der Ministerin, wie im Artikel der FAZ berichtet wird: Uni Düsseldorf eröffnet Plagiatsverfahren gegen Schavan. Der Experte mein, dass man Plagiate nicht ohne Bezug zum fachlichen Kontext feststellen könne und die Zitatkultur des jeweiligen Faches und die Situation der Erziehungswissenschaften in der Zeit um 1980 berücksichtigen müsse.

Als erstaunter Wissenschaftler der Jetztzeit schaut man in SchavanPlag und bedauert offensichtlich zu spät geboren worden und im falschen Wissenschaftsgebiet gelandet zu sein. Welch paradiesischen fachlichen Kontext man doch haben könnte.

Ein sehr interessantes und differenziertes Interview mit Gerhard Dannemann, Jurist und Professor an der Berliner Humboldt-Universiät wurde im Deutschlandfunk gesendet: Schavans Arbeit hätte nicht angenommen werden dürfen.

Schließlich, passend zur Sitzung des Fakultätsrates in Düsseldorf, wurden in einem anderen Schavanplag-Wiki Dokumente präsentiert, die belegen sollen, dass Annette Schavan auch in den Jahren 1998 und 2002 Plagiate produziert hat.

Wo Wahrheit fehlt, ist keine Wissenschaft. – Friedrich der Große (1712-1786)

Nachtrag

02.02.2013: Der Spiegel veröffentlichte gestern den Artikel „Plagiatsvorwürfe gegen Schavan: ‚Jeder wusste, wie zu zitieren ist'“, der auch auf die seltsamen Rechtfertigungen im Sinne von Annette Schavan eingeht.

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Kategorien: Gesellschaft und Kultur

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