Flüchtlingsstrom ist eine mögliche Ursache für vermehrte MRSA-Infektionen

Elektronenmikroskopische Aufnahme eines MRSA (Quelle: Wikipedia/National Institutes of Health (NIH))

Elektronenmikroskopische Aufnahme eines MRSA (Quelle: Wikipedia/National Institutes of Health (NIH))

Unter der Überschrift Flüchtlingsstrom hinter starkem Wachstum für MRSA berichtete heute die Zeitung Sydsvenskan das der starke Anstieg der Infektionen mit MRSA in der Region Schonen mit dem großen Zustrom von Flüchtlingen in Zusammenhang steht. Die meisten Flüchtlinge reisen hier nach Schweden ein.

Der Name MRSA bezeichnet ein multi-resistentes Baktierium. In der Wikipedia findet man detailliertere Informationen zu MRSA und auch allgemein zur Multiresistenz.

Im November gab es in der Region 102 neue Fälle von MRSA-Infektionen, was mehr als eine Verdopplung seit Jahresbeginn ist.

Gemäß einem Mitarbeiter des Gesundheitsamtes (Folkhälsomyndigheten) findet diese Erhöhung ihre Erklärung in den großen Flüchtlingszahlen: „Das ist unser Eindruck. Viele infizierte Flüchtlinge kommen mit Wunden und kleineren Verletzungen hierher.“

Das Gesundheitsamt sieht besonders bereits Erkrankte, Kinder und Ältere als Risikogruppe. Beispielsweise verstarb letzten Herbst ein mit MRSA infizierter Säugling in einem Krankenhaus in Lund. Ein weiteres Problem besteht darin, dass die erhöhte Anzahl von Infektionen eine stärkere Anwendung anderer Antibiotika erforderlich macht und somit zur Ausbildung neuer Arten multiresistenter Bakterien beitragen kann.

Als mögliche weitere Gründe für die steigende Anzahl von Infektionen werden die verbesserte Diagnostik und die wachsende Zahl von Auslandsreisen angegeben.

Aber nicht nur MRSA-Infektionen sind problematisch. Auch wurden in Schweden mehr als 100 Infektionen mit Bakterien festgestellt, die ESBLcarba enthalten. Das ist ebenfalls eine Verdopplung gegenüber 2014. Hierbei handelt es sich um Darmbaktierien, die in der Lage sind die meisten Antibiotika auf Penicillinbasis abzubauen und so unwirksam zu machen. Auch hierfür finden sich einige Erklärungen in der Wikipedia.

Im Diagram zeigen wir die Entwicklung der Anzahl der MRSA-Infektionen in der Region Schonen, wie sie im Zeitungsbericht angegeben wurde. Dazu haben wir die Anzahlen der Asylsuchenden und Flugpassagiere im internationalen Flugverkehr Schwedens angegeben. Angaben zu den Asylverfahren 2005-2014 und Januar bis November 2015 stammen von der Einwanderungsbehörde (Migrationsverket). Die Luftfahrtstatistik kommt von Trafikanalys.

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Auf den Seiten des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit gibt es FAQs für MRSA und ESBL.

Kategorien: Biologie, Gesellschaft und Kultur

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