60 Jahre „The Power Elite“ von Charles Wright Mills

Wichtige Wissenschaftsbücher.

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Charles Wright Mills (1916 – 1962) war ein amerikanischer Soziologe und Professor an der Columbia University in New York. In seiner Forschung untersuchte er auch Strukturen und Mechanismen der Machtausübung. Seine Arbeit führte 1956 zur Veröffentlichung des Buches The Power Elite, das Aufbau und Funktion von Machteliten innerhalb demokratischer Strukturen am Beispiel der USA in den 1950-er Jahren beschreibt.

Aus diesem Anlass wurde auf Telepolis eine Würdigung Mills und seines Werkes veröffentlicht. Ein paar Zitate mit Bewertungen Mills und seiner Arbeit wecken Interesse an weiterem Lesen.

Hans Jürgen Krysmanski, ein Soziologe der Universität Münster sagte, das Mills „das Rezept formuliert, wie man in einer modernen Industriegesellschaft westlichen Zuschnitts, in einer parlamentarischen Demokratie die Herrschaft der Wenigen sichern kann, ohne dass es den Massen sonderlich auffällt“.

Marcus Klöckner, Autor des Telepolis-Artikel, bemüht Rupert Lays Beschreibung eines Ketzers, um Mills zu würdigen. Er zitiert von Rupert Lay das Ketzer Menschen seien, „die an der Peripherie, weitab vom ideologischen Zentrum stehend, neue Antworten auf alte Frage geben; neue Fragen stellen, die Antworten einfordern, die unangenehm, die beängstigend sind und nicht konform gehen mit der allgemeinen Selbstverständlichkeit“. So ist die ihnen eigentlich gebührende, doch tatsächlich verweigerte soziale Anerkennung verständlich, da „das Bewahren von Sicherheiten zu allen Zeiten für Menschen ein sehr viel stärkerer Motivator war als das Erkennen von Wahrheiten“.

Klöckners Kernaussagen, die den Buchinhalt zusammenfassen, sind, dass auch in demokratischen Staaten

  • die Macht in den Händen einer kleinen Gruppe konzentriert ist,
  • die Elite die Bodenhaftung verliert und ihre Machtfülle als ihr natürlich zustehend ansieht,
  • die Medien nur in geringem Maße an der Untersuchung dieser Verhältnisse interessiert sind und dass
  • die Analyse, auch wenn sie sich ursprünglich auf die USA der 1950-er Jahre bezieht, hochaktuell für die heutige Zeit Europa ist.

Beispiele, die diese Aussagen bestätigen, gibt es täglich frei Haus – in Nachrichtensendungen, Kabarettsketchen und eigenem Erleben.

Weiterlesen? Hier ein paar Links:

Marcus Klöckner. Machteliten: Von der großen Illusion des pluralistischen Liberalismus. Telepolis, 23.07.2016.

Homepage von Charles Wright Mills.

Excerpte aus Mills Buch „The Power Elite“. (unbekannter Autor).

Homepage von Hans-Jürgen Krysmanski.

Homepage von Rupert Lay.

Bildquelle: Wikipedia

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Kategorien: Gesellschaft und Kultur

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